Ein bisschen über mich
Ein bisschen über mich
Tess tanzt im Sonnenschein in einem bunten Kleid über eine Holzbrücke.

Herzlich Willkommen in meiner kleinen Welt 😊

Wenn Du bis hier hin gelesen hast, dann hast Du vielleicht schon ein erstes, vages Bild davon, wie ich wohl sein könnte und was mich bewegt. Und da Du weiter liest, hat es da vermutlich irgendwo einen Moment gegeben, der Dich neugierig auf mehr gemacht hat. 😉

Tja, was kann ich Dir über mich erzählen?
Ich bin Tess. Eigentlich heiße ich Maritres, aber der Spitzname begleitet mich inzwischen seit mehr als 30 Jahren und ist so sehr zu einem Teil meiner Natur geworden, dass es sich fast seltsam anfühlt, wenn ich mich anders vorstelle. 😊

Wie Du vermutlich schon herausgelesen hast, zähle ich zu den Menschen, von denen man oft sagt, dass sie ein bisschen zu empfindlich für diese Welt sind. Und vielleicht auch ein bisschen komisch. Halt irgendwie anders.
Und dass sie sich doch bitte mal überlegen sollten, ob sie das nicht ändern können.

Silhouette einer Tänzerin hinter Gräsern.

„Sei doch mal normal!“

Ich müsste lügen, wenn ich sagen sollte, dass ich es nicht versucht hätte.
Nur leider brachten diese Versuche nie das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte, egal, wie sehr ich mich anstrengte.

Dabei tat ich wirklich mein Bestes, um mich anzupassen und „normal“ zu sein. Um nicht mehr anzuecken. Um die Menschen nicht mehr zu irritieren.

Die Dinge, die mich eigentlich ausmachten, sperrte ich mehr und mehr weg.

Meine Begeisterung und Albernheit?
‚„Kindisch und übertrieben!“

Mein Wunsch nach Zeit für mich allein, versunken in Bücherwelten oder die Natur um mich herum?
„Arrogant!“

Meine Lust am Entdecken und Hinterfragen?
„Unverschämt und altklug!“

Doch statt „normaler“ zu werden, wurde ich vor allem traurig und unnahbar.

Eine Tänzerin streckt sich zum Himmel.

Eine verträumte Rebellion

Glücklicherweise gab und gibt es aber in meinem Inneren eine kleine verträumte Rebellin. Und die war ganz und gar nicht damit einverstanden, dass wir unser Leben auf eine Art verbringen sollten, die überhaupt nicht zu uns gehörte. Sie beharrte unermüdlich darauf, dass es mehr für uns geben müsste.
Hinter meinen Schutzmauern versuchte sie alles, um zu mir durchzudringen.
Flüsterte. Argumentierte. Randalierte. 
Bis ich endlich anfing, ihr zuzuhören.

In einem Märchen würde ich jetzt wohl von einem magischen Wendepunkt erzählen, an dem alles anders wurde. An dem die gute Fee den Zauberstab schwang und ich plötzlich frei von allen Zweifeln im Einklang mit mir selbst leben konnte. Aber das hier ist kein Märchen. Eher ein Reisebericht. Von einer aufreibenden und aufregenden Dschungelexpedition, bei der man den Weg im einen Moment verflucht und im nächsten von all der Schönheit überwältigt ist, die sich vor einem auftut.

Meine kleine Rebellin war (und ist bis heute) recht erfindungsreich, wenn es darum geht, ihre Träume zu verfolgen. Hätte sie meinem Kopf gesagt, dass sie eine große Expedition plant, hätte er sie wahrscheinlich umgehend in eine gut verschlossene Kiste gesperrt und in einem tiefen Graben versenkt. Und hätte sie das Ganze ohne den Kopf versucht, hätte sie wohl sehr schnell Angst vor der eigenen Courage bekommen.

Stattdessen fing sie also an, dem Kopf kleine Ideen einzuflüstern. Wie schön es doch vielleicht sein könnte, einmal dieses oder jenes auszuprobieren. So ganz unverbindlich. Einfach mal schauen. Das Herz fände das doch bestimmt auch ganz toll…

Tess tanzt in einem roten Kleid vor der dunkelblauen Ostsee.

Alles Verhandlungssache?

Natürlich hielt der Kopf sofort mit all seinen Bedenken dagegen, aber die kleine Rebellin setzte sich mit ihm zusammen und fing an, mit ihm gemeinsam Sicherheitsnetze zu knüpfen.

„Du möchtest draußen schlafen? Da sind doch Käfer!“
„Dann beschaffen wir uns ein Moskitonetz.“
„Aber da gibt’s keine Wände, wir sind dann total ungeschützt!“
„Würde ein Baum im Rücken helfen?“
„Du möchtest zwei Wochen alleine Wandern?! Was, wenn wir das nicht können?“
„Dann nehmen wir für den Anfang einen Weg, auf dem wir jederzeit aufhören können.“

Sie verhandelten Erfahrung um Erfahrung.  Der Kopf und die verträumte kleine Rebellin – oder die rebellische Träumerin?

Sie fanden Wegbegleiter*innen, die ihnen Mut zusprachen und ihnen vorlebten, wie bunt das Leben sein kann, wenn man seinem Herzen folgt (Ihr wisst, wer Ihr seid 😘). Sie stellten sich Herausforderungen. Lernten aus Fehlschlägen. Feierten die Schönheit ihrer Abenteuer. Und irgendwann war die Frage schließlich nicht mehr „Können wir das überhaupt?“, sondern nur noch „Was brauchen wir, damit wir das können?“

Tesst liegt auf einer Blumenwiese und schaut verträumt in die Kamera

Meine eigene Welt

Meine Schutzmauern schrumpften.
Der Raum für mich und in mir wuchs.
Herz und Kopf rückten näher zusammen.
Die Wanderungen wurden zu einigen der großartigsten Momente in meinem Leben.
Das Abenteuer Massageausbildung öffnete meinem Herz die Tür hinaus aus seinem kleinen Versteck auf eine weite grüne Wiese.
Ich wurde offener. Weicher. Sanfter.

Viele Menschen fanden mich trotzdem noch komisch.

Doch nun zog ich auch mehr und mehr die Menschen an, denen es ähnlich ging wie mir.
Wir verstanden uns. Fanden gemeinsame Ebenen, die wir vorher nicht gekannt hatten.
Meine Eltern sagten einmal: „Du hast ja auch immer irgendwie in Deiner eigenen Welt gelebt.“
Und ich sagte: „Das tu ich immer noch, aber ich hab jetzt Menschen gefunden, die auch dort leben.“

Eigentlich könnte das jetzt ein schöner Punkt für ein Happy End sein.
Doch das Leben hat nun einmal seine ganz eigenen Pläne.

Weiße Blumen auf einer Wiese.

Das Leben und die Pläne

Gerade als ich glaubte, am Ziel meiner Reise zu sein, lehrten mich die Pandemie und eine sehr ungesund verlaufene Beziehung, dass die Expedition noch lange nicht am Ende war.

Der Schmerz und die Einsamkeit brachten alte Schatten zum Vorschein, die ich bis dahin erfolgreich verdrängt hatte – ich war ja mit meinen Abenteuern beschäftigt. Doch der Stillstand der Welt zwang die Abenteuer zur Pause und mich dazu, hinzusehen und zu fühlen, was dort noch alles verborgen lag.

Ich hatte eigentlich gedacht, wir wären schon ziemlich weit gekommen.
Die kleine Rebellin war zufrieden.
Der Kopf hatte sich halbwegs mit den Abenteuern arrangiert.
Und ich begann gerade zu glauben, dass wir den Dreh nun langsam raus hätten.

Das Universum sah das aber offenbar anders. Es nahm meine sorgfältig ausgearbeiteten Reisepläne, knüllte sie zusammen und warf sie kurzerhand in den nächstgelegenen Mülleimer. Und als wäre das noch nicht genug, begann mein Körper, auf den ich mich sonst immer verlassen konnte, ebenfalls, sich sehr deutlich in die Reiseplanung einzumischen.

Gerade war in mir der Wunsch gereift, Tanztherapeutin zu werden. Eine wunderbare Idee.
Zumindest in der Theorie.

Doch kaputte Bandscheiben, plötzliches Übergewicht, bis dato ungekannte Kurzatmigkeit und gemeine Hormone (ein Hoch auf die Wechseljahre 🙄) entsprechen nicht unbedingt dem Bild, das die meisten Menschen von einer Tanztherapeutin haben. Und ich sah das damals noch ähnlich.

Tess steht auf einer Blumenwiese und hält sich selbst.

Entgegen aller Vernunft

Also versuchte ich, was ich immer tat: Ich kämpfte.
Um mehr Disziplin.
Um mehr Durchhaltevermögen.
Um mehr Zähne zusammenbeißen.

Doch mein Körper spielte nicht mit.
Je mehr ich gegen ihn arbeitete, desto deutlicher machte er mir klar, dass „Grenzen ignorieren“ und „einfach weitermachen“ dieses Mal keine Lösung sein würden.
Ganz im Gegenteil.

Glücklicherweise liegt Aufgeben aber ja nicht so recht in der Natur meiner kleinen Rebellin. Schon gar nicht, wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat.

Mein Herz wollte tanzen.
Entgegen aller Vernunft.

Also suchten wir Wege.
Genau wie bei den kleinen und großen Abenteuern.

Nicht die üblichen Wege.
Nicht die vernünftigsten.
Nicht die, um die wir kämpfen mussten.
Sondern die, die Herz, Kopf und Körper zusammen beschreiten konnten.

Und es funktionierte.

Wenn meine Beine erschöpft waren, konzentrierte ich meine Bewegungen auf die Arme.
Wenn dem Rücken das Tanzen im Stehen schwerfiel, tanzte ich im Liegen.
Wenn die Energie eines Musikstückes mir zu heftig war, erlaubte ich mir, meinem eigenen Rhythmus zu folgen.
War ich traurig, ließ ich den Tränen Raum.
War ich fröhlich, folgte ich der Leichtigkeit.

Und ich begann zu verstehen.

Tesst sitzt auf einer Mole und planscht mit den Füßen im Wasser.

Und plötzlich macht es Sinn…

Wenn ich mein Leben leben möchte, reicht es nicht, nur den schönen Momenten hinterher zu jagen.

Ebenso wenig macht es Sinn, mich nur noch zurückzuziehen um sicher zu sein.

Meine Grenzen, meine Wunden, meine Schatten, sie alle sind genauso ein Teil von mir wie meine Neugier und Abenteuerlust, mein Feuer und meine Sanftmut, mein Kopf und mein Herz und alles, was sich noch dazwischen und drum herum bewegt.
Tag und Nacht. Ebbe und Flut.
Ein natürlicher Wechsel des Lebens.
Je mehr ich das begreife, desto mehr kann ich einfach ich sein.

Wahrscheinlich ist meine Expedition noch längst nicht am Ende und ich bin gleichermaßen neugierig und skeptisch, was sie wohl noch alles für mich bereit halten wird. 😅

Doch das, was ich bis hier hin lernen und erfahren durfte, gebe ich heute gern weiter.
Nicht damit Du meinen Wegen folgst.
Sondern damit Du Dich zu Deiner eigenen Expedition aufmachen kannst.
Um Deine ganz eigenen Wege zu entdecken.

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